Der Kaufmannsladen – ein echter Klassiker mit pädagogischem Wert

Der Kaufmannsladen ist im Bereich des Spielzeugs bei Kindern ein echter Klassiker, der auch heute noch gegen elektronisches Spielzeug antreten kann. Sehr beliebt ist der Kaufmannsladen besonders bei Vorschulkindern, die in einem begehbaren Kaufmannsladenmodell hinter ihrer Theke stehen, im Rücken die Regalreihen mit Waren haben und von dort aus ihre Waren verkaufen. Nachempfunden ist der Kaufmannsladen noch heute dem klassischen Tante-Emma-Laden der Vergangenheit mit persönlicher Bedienung der Kunden. Mit Waage, Kasse und vielen verschiedenen Artikeln ausgestattet, bietet der Kaufmannsladen viel Raum für kreative Spielmöglichkeiten. Sehr interessant ist neben dem Spaß, den das Kind beim Spielen hat, dass es kommunizieren muss und sich deshalb hierin beim Spiel mit dem Kaufmannsladen auch trainieren kann. Zudem lernt das Kind auf spielerische Weise die Bandbreite an Lebensmitteln kennen, die im eigenen Laden schließlich im Warenangebot sind. Gefördert werden auch Kontaktaufnahme mit Kunden sowie der Umgang mit Geld.

Seit wann gibt es diese Art von Spiel?

Die klassische Frage: „Was darf es denn sein?“ stellen Kinder schon seit langer Zeit. Der Kaufmannsladen ist ein echter Klassiker und in Museen sind teilweise Exponate zu finden, die schon auf dem Jahr 1840 stammen und damit beweisen, dass einige Spielzeuge einfach nie aus der Mode kommen. Der Kaufmannsladen hat übrigens historisch noch einen Wettbewerber und das ist der Stoffladen, der inzwischen als Spielzeug aber bei Kindern nicht mehr präsent ist, obwohl er bereits im 17. Jahrhundert als Spielzeug diente. Den Stoffladen stellen sich allerdings noch heute einige Sammler in die eigene Wohnung um ihn als hochwertiges Sammlerstück zu besitzen. Spannend ist, dass der Kaufmannsladen als Kinderspielzeug immer noch in der klassischen Art vertreten ist und nur wenige Modernisierungen an diesem altbewährten Spielzeug stattgefunden haben. Auch Kindergärten haben in der Regel dieses pädagogisch wertvolle Spielzeug in ihrem Repertoire.

Was gibt es als Zubehör, was muss man besorgen?

  • Einen für Kinder begehbaren Laden, der Platz für Waren, Waage und Kasse bietet
  • Waren, die günstigstenfalls aus Holz gefertigt sind, gern auch Pappe, keinesfalls mit echten Nahrungsmitteln
  • Eine Waage
  • Eine Kasse
  • Geld in Form von Scheinen und Münzen
  • Ein Einkaufskorb für den Kunden
  • Körbe für Gemüse und Obst für den optischen Reiz und die Echtheit
  • Je breiter das Warenangebot, das gern auch immer wieder ergänzt werden kann, umso mehr Spaß am Spiel

Was kosten Kaufmannsläden?

Die Preisspanne der Kaufmannsläden ist relativ breit. Ein gutes Stück aus Holz ist ab etwa 80 Euro erhältlich, dann aber auch schon ein Modell, das weitervererbt werden kann. Besonders solide gebaute Läden können aber durchaus auch 120 Euro. Damit hat man allerdings erst den Laden selbst erworben. Die Ware für den Laden ist im Preis stark abhängig vom Material, aus dem sie gefertigt wurde. Wer gerade bei Wurst und Obst sowie Marmeladen und so weiter auf Holz setzt, muss mit einem Preis von fünf Euro je Artikel rechnen. Günstiger sind Pappverpackungen wie beispielsweise Frühstückscerealien, Haferflocken und ähnliche Artikel. Diese sind in der Regel gebündelt und zum Preis von etwa fünf Euro als Bündel erhältlich, leider auch weniger haltbar als Holz. Schlichte Kassen sind für etwa 20 Euro erhältlich, aufwendigere Modelle wie Scannerkassen kosten bis zu 50 Euro. Die Waage als Kunststoffmodell ist schon für 15 Euro erhältlich, für eine Holzwaage mit Waagschalen haben einen Preis von etwa 50 Euro. Angenehm ist, dass man die Waren Stück für Stück aufstocken kann, was auch den Spielreiz dauerhaft erhält.

Kann man Kaufmannsläden gebraucht kaufen?

Keine Frage – wie auch fast jedes andere Spielzeug kann man auch den Kaufmannsladen gebraucht kaufen. Vorteilhaft bei diesem Spielzeug ist, dass es kaum Gebrauchsspuren haben wird, deshalb auch über mehrere Generationen weitergegeben werden kann. Sowohl in Internetbörsen als auch auf Flohmärkten oder in Secondhand-Läden sind solche Spielzeuge oftmals deutlich preiswerter als neue Stücke erhältlich. Allerdings braucht es auch etwas Geduld, um einen guten Kaufmannsladen aus Holz zu finden, denn nicht nur Kinder interessieren sich nach wie vor für dieses Spielzeug, sondern oftmals inzwischen auch Sammler alter Spielzeuge.

Warum ist es für Kinder gut mit Kaufmannsläden zu spielen (Lerneffekte etc.)

Kinder haben beim Spiel mit dem Kaufmannsladen neben dem Spaß am Spiel auch viele Lerneffekte. Diese beginnen schon damit, dass das Kind mit dem Kunden kommuniziert, damit seine sprachlichen Kompetenzen verbessern kann. Besonders schüchterne Kinder können als Ladeninhaber förmlich auftauen und redegewandt werden. Weiterhin lernen Kinder viele verschiedene Lebensmittel kennen. Die Kontaktaufnahme mit dem Kunden fördert die Sozialkompetenz wesentlich und auch zurückhaltende Kinder lernen hier, dass es nicht unangenehm sein muss, eine Person aktiv anzusprechen. Aber auch den Umgang mit Geld können Kinder im Spiel mit dem Kaufmannsladen sehr gut trainieren. Schon ab dem zweiten Lebensjahr begreifen sich Kinder als eigenständige Persönlichkeiten und interessieren sich für Rollenspiele, in denen sie Alltagserlebnisse nachspielen, damit ihren Platz in der Welt finden.

Wird mit echtem Essen gespielt?

Echtes Essen sollte aus verschiedenen Gründen im Kaufmannsladen ein Tabu sein. Einmal sind es die hygienischen Gründe. Kinder, die mit offenen Lebensmitteln spielen, greifen gern einmal zu und probieren. Die Hände sind aber nicht immer sauber und man weiß nicht, wo das Lebensmittel aufbewahrt wurde. Zudem sind die meisten Lebensmittel auch verderblich und das Risiko, dass diese Lebensmittel dann vom Kind heimlich verzehrt werden, sind hoch. Kinder sollten auch den Respekt vor Nahrungsmitteln lernen – damit nicht mit diesen spielen.

Welche Szenarien entwerfen Kinder bei diesem Spiel?

Kinder empfinden sich hinter der Ladentheke als Chef ihres eigenen Geschäfts. Sie können auch mit mitspielenden Erwachsenen auf Augenhöhe agieren, was wiederum das Selbstbewusstsein stärkt. Mit häufigerem Gebrauch des Kaufmannsladens werden Kinder auch kreativer und bieten beispielsweise sogar Alternativen zu nicht vorrätigen Waren an oder offerieren Sonderangebote – fördern damit in vielen Weisen ihre Kreativität.

 

Foto:

Kim Redlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Your content here.