Mit einem sicheren Gefühl zum Spielplatz

Die Frage, „Gehen wir heute auf den Spielplatz?“ kennen wohl alle Eltern. Was es aber zu beachten gibt und welche Gefahren lauern können, soll dieser kleine Ratgeber zeigen. Schließlich soll der Spielplatzbesuch zu einem schönen Erlebnis werden und nicht mit einem unschönen Unfall und Schmerzen enden.

Fakten und Zahlen zu Unfällen

Nachfolgend sind Prozentual aufgeführt, welche der Spielgeräte auf dem Spielplatz zu den häufigsten Unfällen geführt haben. Und wie ihr seht, summieren sich die Unfälle bei einigen Geräten besonders

  • Schaukel 30 %
  • Rutsche 20 %
  • Klettergerät 13 %
  • sonstige Spielgeräte 37 %

Zu den sonstigen Spielgeräten zählt die Sandkiste, das Karussell, die Wippe und dergleichen. Der Mittelwert, bei einer Studie bezüglich des Unfallrisikos in der Altersgruppe zwischen 2 – 14 Jahren, war 5,5 Jahre. In diesem Alter wird die Gefahr als besonders hoch eingeschätzt. Dabei führt die Liste der Sturz mit mehr als der Hälfte der Unfälle an. Prellungen sind bei der Art der Verletzungen mit mehr als 30 % beziffert. Gefolgt von Frakturen (Brüche) der Extremitäten mit über 20 % vor den Hautverletzungen.

Spielgeräte auf dem Spielplatz

Es folgt eine überblicksartige Darstellung der gängigsten Geräte auf Spielplätzen. In der Regel wird man auf einem Spielplatz folgende Spielgeräte finden:

  • Sandkasten
  • Schaukel
  • Rutsche
  • Klettergerüst
  • Wippe
  • Spielturm

Natürlich sind aber nicht nur die Eltern für die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Spielplatz verantwortlich. Auch und insbesondere die Erbauer von Spielplätzen müssen die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Bereits bei der Planung von einem Spielplatz sind Sicherheitsvorschriften zugrunde zu legen.

Gefahrenquellen auf dem Spielplatz

Auf dem Spielplatz sind die Gefahren für die Kinder zu minimieren, indem folgende Punkte Beachtung finden.

  • Konstruktionsmängel
  • fehlerhafter Aufbau
  • mangelhafte Wartung
  • Verschleiß des Materials
  • kaputte Geräte

Schon, wenn der Spielplatz eingerichtet wird, oder wenn er durch neue Geräte ergänzt wird, ist darauf aufzupassen, dass diese keine Konstruktionsmängel aufweisen. Entsprechend der Anleitungen sind die Geräte professionell aufzubauen. Der Betreiber eines Spielplatzes ist sich über die Pflichten der Wartung im Klaren. Dabei wird er rechtzeitig bemerken, wenn Spielgeräte auf Spielplätzen kaputt sind. Dies kann auf Vandalismus, aber auch durch Umwelteinflüsse zurückzuführen sein. Werden die Spielgeräte nicht vorschriftsmäßig genutzt, steigt nicht nur das Unfallrisiko. Dies ist eine weitere Ursache dafür, dass Defekte auftreten können.

Gesetzliche Vorschriften

Im Amtsblatt 1975, Seite 438 liegt eine Verordnung zum Gesetz über Spielplätze (Spielplatzverordnung-SpielplVO) vor. Vollumfänglich kann der Inhalt dort entnommen werden. Die Rahmenbedingungen definieren, dass Spielplätze möglichst eben angelegt werden sollen. Ferner sind sie durch geeignete Maßnahmen vor Anlagen (Parkplatz, Straßenverkehr, Abfallbehälter) zu sichern. Festgeschrieben ist auch die Sandfläche entsprechend der Größe des Spielplatzes. Wobei die Sandfüllung auf sickerfähigen Grund zu befinden hat. Weitere Forderungen betreffen Hinweisschilder und das auf jedem Spielplatz mindestens ein Spielgerät aufgestellt werden muss. Je nach Größe der Spielplätze steigt diese Zahl.

Noch heute gelten die Vorschriften aus dem Jahr 1998, wenn es sich um öffentliche Spielplätze handelt. Diese besagen, dass auf den Spielplätzen nur Spielgeräte entsprechend der europäischen Norm DIN EN 1176 und 1177 aufgestellt werden dürfen.

Häufige Unfallursachen

Unfallursachen auf dem Spielplatz lassen sich in vier Kategorien unterteilen. Die Ursachen können sowohl auf das Kind,auf die Erwachsenen, auf bauliche und technische Defizite, oder auf mangelhafte Kontrolle und Überwachung zurückgeführt werden.

Die Ursachen beim Kind beruhen auf einer altersbedingten Entwicklung. Fakt ist, dass Kinder in der Regel erst in einem Alter zwischen 5 – 6 Jahren fähig sind, gefährliche Situationen zu erkennen. Die reelle Einschätzung zum Körpergefühl verkümmert bei vielen Kindern. Schuld darin ist meist der Bewegungsmangel. Fernsehen und Computerkonsum rücken immer weiter in den Vordergrund. Gehen sie dann auf den Spielplatz, ist die Folge eine Fehleinschätzung bzw. eine Überschätzung der körperlichen Fähigkeiten.Umso wichtiger ist daher die richtige Überwachung und Beaufsichtigung durch erwachsene Personen.

Auch bei den Eltern und Aufsichtspersonen können Fehler vermieden werden. Ein Punkt ist die Kleidung der Kinder. Es besteht die Gefahr, das sie an den Spielgeräten hängen bleiben, im schlimmsten Fall kann es zu einer Strangulation kommen. Dies kann einfach vermieden werden, indem die Kleidung nicht zu weit gewählt wird. Ferner sollten Bänder, Kordeln oder Schals die über die Kleidungsstücke heraushängen, nicht zur Kleidung auf einem Spielplatz gehören. Leider sind die Ursachen für Unfälle auf dem Spielplatz in dem mangelhaften Wissen über alterstypischen kindlichen Verhaltensweisen und ihren Fähigkeiten zu sehen. Teilweise sind Erwachsene nicht fähig sich in die Lage des Kindes zu versetzen. Daraus wiederum resultieren ein geringes Einfühlungsvermögen und eine Rücksichtslosigkeit. Ungeduld ist ein weiterer Faktor, der erschwerend hinzukommt. Alle zusammen oder einzelne der aufgezählten Dinge, können zu einer Überforderung des Kindes führen. Mit einem geschwächten Selbstvertrauen sind die Unfälle schon vorprogrammiert.

Allein zum Spielplatz

Es lässt sich kein genaues Alter hierfür festlegen. Es richtet sich nach der Entwicklung und Reife des Kindes. Teilweise sind Kinder mit fünf Jahren wesentlich selbstständiger und können durchaus auch mal ohne Aufsichtsperson zum Spielplatz. Hingegen ein Kind, was schon 1-2 Jahr älter ist, noch nicht ohne Aufsicht auskommt. Die erzieherischen Maßnahmen sollte dieses Vorhaben fördern. Das heißt, dass man das Kind nicht ab einem gewissen Alter für eine Stunde auf dem Spielplatz abstellt, sondern die Zeiten kontinuierlich verlängert. Wobei bei den ersten Aufenthalten auf dem Spielplatz, diese auch sicherer Entfernung beobachtet werden sollten.

Fazit

Viele Aspekte spielen zusammen, wenn es um die Sicherheit der Kinder auf Spielplätzen geht. Daher müssen diese für die Unfallprävention herangezogen werden. Nachdem konkret für jeden einzelnen Spielplatz alle Kriterien als Unfallursache in Betracht kommen, kann damit begonnen werden, diese Erkenntnisse gezielt umzusetzen. Das bedeutet, dass es sich um eine Kombination von der Gestaltung des Spielplatzes, dessen Erhaltung und eine Förderung der sicheren Verhaltensweise, Priorität haben.

Bildquelle: © Warren Goldswain / Fotolia.com

Kim Redlin

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