Lerncomputer – Fluch oder Segen?

Computer sind aus der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken. Dabei haben sich in den letzten 15 Jahren nicht nur Laptops und Tablets großflächig verbreitet, auch Angebote für Kinder wurden immer beliebter. Sogenannte Lerncomputer verbinden Spielspaß mit der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten. Gerade bei sehr kleinen Kindern sind viele Eltern aber immer noch eher vorsichtig. Generell muss man jedoch keine Angst vor der Technik haben. Wer sich im Vorfeld genau informiert und die Nutzungszeiten beschränkt, der sollte kaum Probleme bekommen.

Der Lerncomputer früher und heute

Als Lerncomputer wurden ursprünglich Rechner bezeichnet, bei denen es sich eigentlich nur um Bausätze handelte, welche selbst zusammengebaut werden konnten. Dadurch wurde in den 60er und 70er das technische Verständnis im Hardware-Bereich gefördert, sodass hier schon eine Wissensvermittlung stattfand. In den 90er Jahren veränderte sich der Begriff jedoch und wurde zu dem, was wir auch heute noch unter Lerncomputern verstehen. Dabei handelt es sich üblicherweise meist um kleine Rechner, welche nur eine beschränkte Anzahl von Funktionen besitzen und über ein vorinstalliertes Lernprogramm verfügen.
Mit der wachsenden Verbreitung von Tablets wurden diese Geräte für die Nutzung als Lerncomputer ebenfalls interessant. Durch spezielle Apps werden die verschiedenen Lernprogramme installiert, welche dann von den Kindern genutzt werden können.

Passende Angebote für jedes Alter

Lerncomputer werden in der Regel dafür eingesetzt, um Kindern gewisse Grundfähigkeiten beziehungsweise ein bestimmtes Grundwissen zu vermitteln. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die Geräte passend zum Alter des Kindes ausgewählt werden. Ein Computer für ein Kind von 4 Jahren muss einen ganz anderen Anspruch erfüllen als einer für Kinder, die bereits in die Schule gehen. Empfohlen werden Geräte frühestens ab dem 3. Lebensjahr.

Lerncomputer sind dabei durchaus pädagogisch wertvoll, wie auch einzelne Sendungen im Fernsehen. Klein- und Vorschulkinder werden spielerisch an Farben, Zahlen und Buchstaben herangeführt, währen Kinder, die bereits in die Schule gehen, schon tatsächliches Wissen in zum Beispiel Mathematik oder Rechtschreibung vermittelt bekommen. Zudem erlernen sie schon frühzeitig technisches Grundwissen, was in der heutigen Zeit besonders wichtig ist. Kaum jemand kommt heute noch ohne die Nutzung eines Rechners aus.

Für welche Altersgruppe ein Lerncomputer geeignet ist, wird in Regel auf der Verpackung festgehalten. Allerdings sind die Angaben der Hersteller nur Richtwerte. Eltern sollten sich daher in jedem Falle selbst vor einem Kauf genau informieren. Nur so können sie einschätzen, ob das Gerät für ihren Nachwuchs geeignet ist oder nicht. Gerade die Tatsache, dass Erfolgserlebnisse vorhanden sein müssen, ist ein wichtiger Faktor, damit der Einsatz eines Lerncomputers Erfolg bringt. Andernfalls erzeugt das Gerät nur Frust und landet dann schnell in der Ecke. Wenn das Kind aber weiterhin motiviert wird, dann bleibt es auch am Ball.

Um einzuschätzen, wie gut ein Computer ist, bieten sich verschiedene Portale und Testseiten im Internet an. Anhand von Expertentests und Erfahrungsberichten können sich Eltern ein genaues Bild der verschiedenen Angebote machen. Bei Kleinkindern sollte zudem auf die Nutzung von Tablets eher verzichtet werden. Hier bieten sich eher spezielle altersgerechte Lerncomputer an, deren Bedienung erheblich einfacher ist.

Gemeinsame Nutzung

Eltern, die dem Thema Lerncomputer skeptisch gegenüberstehen, fürchten vor allem, dass durch die Nutzung von Computern eine Vereinsamung eintritt, da das Kind weniger mit Freunden spielt oder ins Freie geht. Generell ist diese Angst nicht von der Hand zu weisen, allerdings können Eltern hier durch klare Regeln, die Problematik einfach lösen. Idealerweise verbringt man die Zeit vor dem Lerncomputer gemeinsam, sodass man immer ein Auge auf die Uhrzeit haben kann. Auch sollten im Vorfeld klare Grenzen ausgemacht werden. Als Richtwert bietet sich dazu eine Zeit von maximal einer Stunde pro Tag an. Wenn die Kinder eine Stunde oder weniger täglich mit den Lernspielen verbringen, dann bleibt immer noch ausreichend Zeit, um anderen Aktivitäten nachzugehen und das Spielen mit Freunden wird ebenfalls nicht vernachlässigt. Mit steigendem Alter kann die Zeit dann schrittweise erhöht werden.

Fazit

Lerncomputer können pädagogisch eine hilfreiche Stütze sein und schon in frühen Jahren spielerisch Wissen und Fähigkeiten vermitteln. Um einen wirklichen Erfolg zu erzielen, kommt es vor allem darauf an, dass ein altersgerechtes Gerät ausgewählt wird. Zudem sollten genaue zeitliche Grenzen gesetzt werden, damit die Freizeit nicht nur vor dem Bildschirm verbracht wird und noch Zeit für andere Dinge bleibt. Im Zweifel müssen die Eltern allerdings immer selbst entscheiden, wie und wann ein Lerncomputer eingesetzt werden soll.

© Irina Schmidt / Fotolia.com

Kim Redlin

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